Sehenswerte Bauwerke in der Algarve

Zeugnisse der ereignisreichen über 2000 jährigen Geschichte der Algarve - von der Römerzeit über die Maurische Peride und das Zeitalter der Portugiesischen Entdeckungen bis zur Neuzeit

Die Geschichte der Algarve im Südwesten der Iberischen Halbinsel ist schon immer eng mit dem Meer verbunden. Bereits die Phönizier erbauten erste Häfen entlang der Küste der Algarve, und die Karthager gründeten ca. 550 v. Chr. „Portus Hannibalis“, das heutige Portimão. Im zweiten Jahrhundert v. Chr. entstanden im Zuge der römischen Besiedelung der Iberischen Halbinsel zahlreiche Villen, deren Ruinen (Abicada, Boca do Rio, Milreu-Estói, Cerro da Vila in Vilamoura) - vornehmlich in der Gegend von Faro und Lagos - besichtigt werden können. Mit der Einnahme weiter Teile der Iberischen Halbinsel durch die Mauren wurde auch die Region des heutigen Algarve (arabisch „Al-Gharb“, der Westen) für nahezu ein halbes Jahrtausend von deren Kultur geprägt. Bis heute ist der Baustil durch die Zeit der Mauren beeinflusst, und an vielen Orten, u.a. in Silves und Faro, finden sich eindrucksvolle Zeugnisse jener Zeit. Im 15. Jahrhundert beginnt der Aufstieg Portugals zur Seemacht. Er ist eng mit dem Namen der Hafenstadt Lagos und der dortigen Seefahrerschule von Prinz Heinrich dem Seefahrer verbunden. Zu den wenigen Bauwerken aus dieser Zeit, die das Erdbeben von 1755 nahezu unbeschädigt überstanden haben, zählt die kleine Kapelle „Nossa Senhora de Guadalupe“ bei Raposeira. Sie gilt als eines der ältesten Beispiele gotischer Architektur an der Algarve. Der Manuelinische Gotik genannte, nur in Portugal bekannte prunkvolle Architekturstil des frühen 16. Jahrhunderts ist inspiriert durch die Seereisen Vasco da Gamas in diesem Zeitalter der Portugiesischen Entdeckungen. Stilelemente der Manuelinik wie Torbögen und Glockentürme sind an zahlreichen Bauwerken der Algarve zu bewundern. Die Kapelle „São Lourenço dos Matos“, erbaut in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ist eines der besten Beispiele für kunstvolle Fliesendekors der Barockarchitektur der Algarve. Die blau-weißen bemalten Fliesen („azulejos“), die die Wände des Kirchenschiffs und die Gewölbedecke schmücken, sind eine der vielen kulturellen Hinterlassenschaften aus der Maurischen Periode.
Werbung